Runder GeburtstagBernhard Brink: „Ich werde auch den 70. hinnehmen“

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Bernhard Brink: „Ich werde auch den 70. hinnehmen“ @ Robert Recker
Brigitta Langhoff
Redaktionsleitung

Seit 50 Jahren steht Bernhard Brink nun schon auf der Bühne. Doch es ist nicht sein einziges Jubiläum, dass er 2022 feiert. Der Schlagerstar wird heute (17. Mai) 70 Jahre alt und freut sich zudem über 35 Jahre glückliche Ehe mit seiner Ute. Im Interview mit StadlPost nahm er sich Zeit auf seinen kuriosesten Fan-Moment und vergangene Fehden mit Kollegen zurückzublicken und verriet auch, ob es mit seiner Frau Ute bereits handfeste Krisen gab und wie er über das Älterwerden denkt!

StadlPost: Du feierst dieses Jahr gleich drei Jubiläen, darunter dein 50. Bühnenjubiläum. Du hast eine Menge erlebt, was war dein kuriosester Bühnen-Moment?

Bernhard Brink: „Eine Schrecksekunde war damals 1978, als ich bei der Hitparade war. Das war damals alles Live und die 78‘ Nationalmannschaft vor ihrem Abflug zur Weltmeisterschaft nach Argentinien war da und ich saß da und überlegte den Text und hab in Gedanken vor mich hin gesungen in Gedanken „Hab ich zu viel verlangt“. Aber die dritte Zeile war plötzlich weg! Ich habe es zwar geschickt verteilen und überspielen können, aber weißt du welche Zeile mir gefehlt hat? „Du suchst krampfhaft nach Worten“ – das, was mir gerade passierte, war weg (lacht). Später konnte ich darüber lachen, aber in der Sekunde hatte ich Schweißperlen auf der Stirn.“

StadlPost: Und dein kuriosester Fan-Moment?

Bernhard Brink: "Als wir damals umgezogen sind, stand eine Frau vor der Tür und hat alles beobachtet. Später ist sie uns dann sogar nachgefahren, in die nur einen Kilometer entfernte neue Wohnung und wusste dann also, wo wir wohnen. Sie stand da auch vor der Tür. Irgendwann ist das dann aber eingeschlafen, weil ich glaube, sie ist dann auch irgendwie ins Heim gekommen. Aber sie schreibt heute noch."

StadlPost: Antwortest du ihr dann auch?

Bernhard Brink: "Ich antworte nicht nur, sondern ich habe ihr sogar die neue CD geschickt."

StadlPost: Mit wem bist du mal aneinandergeraten?

Bernhard Brink: "Das gab's immer mal wieder, aber ich kann jedem heute in die Augen gucken. Wenn ich überzogen habe, habe ich mich entschuldigt. Ich kann also an jedem Spiegel vorbeigehen. Ich war immer Manns genug, habe mich dann entschuldigt und gesagt 'War nicht so gemeint'."

StadlPost: Gibt es etwas, was du in deiner Karriere bereut hast?

Bernhard Brink: "Es gab natürlich mal eine Phase mit der Neuen Deutschen Welle, wo alle dachten, Oh Gott oh Gott, der Schlager ist am Boden, das war ein paar Jahre, dann war alles wieder vorbei. Es gibt ein paar Situationen, in denen ich anders hätte reagieren können. Zum Beispiel mit Rudi Carrell, als er zu mir meinte 'Mensch mit dir würde ich gerne mal eine Show machen, komm mal vorbei. Ruf mich doch mal an, wenn du nicht anrufst, dein Fehler'. Ich habe dann verzögert und verzögert, weil ich so viel zu tun hatte und hat es sich nicht mehr ergeben. Und das war ein Fehler. Der wäre da durchmarschiert und hätte bei Sendern gesagt, 'Guck mal, den Brink müsst ihr euch holen‘. Also da habe ich einen Fehler gemacht. Aber das sind so Sachen, die passieren einfach. Oder als Thomas Gottschalk mich bei RTL mal fürs Radio gefeatured hat, obwohl ich noch gar kein Radio gemacht habe und auch gar keine Ahnung von Radio hatte. Sowas ist schade. Aber darüber heute nachzudenken, ist albern. Unterm Strich ist es ja auch so gelaufen, dass ich finanziell unabhängig bin und ein schönes Leben gehabt habe."

StadlPost: Planst du eine Jubiläumstournee? Oder wie willst du mit deinen Fans die 50. Jahre feiern?

Bernhard Brink: "Wir machen eine Tour, machen viele einzelne Konzerte, ich bin bei Zarrella in der Show, werde viel Fernsehen und auch viele Talkshows machen."

StadlPost: Du bist 35. Jahre verheiratet, heutzutage eine Seltenheit. Aber es wird doch sicher auch mal Krisen gegeben haben?

Bernhard Brink: "Eine Krise in dem Sinne hatten wir nicht. Natürlich haben wir uns auch mal gestritten oder gesagt, Mensch wir brauchen mal mehr Urlaub, aber eine elementare Krise, in der man sagt, sie hat die Schnauze voll von mir, oder ich habe die Schnauze voll von ihr, gab es nie. Bei uns ist es wie Pott und Deckel, es passt wunderbar und ich möchte eines nicht missen und das ist meine Ute."

StadlPost: Vor allem, wenn man erfolgreich auf der Bühne steht – und sicher auch viele weibliche Fans hat. Stichwort Eifersucht?

Bernhard Brink: "In den 70er Jahren haben wir uns ausgetobt und die Hörner abgestoßen das war eine wilde Zeit. Da war alles locker, da gab es kein Aids und kein Corona, das war eine ganz andere Welt. Ute hat das miterlebt, wir haben uns damals kennengelernt, nach dieser Phase und das war auch gut so. Ute ist tiefenentspannt. Es wird viel gelabert und viel gemacht und getan, und natürlich hat sie auch mal etwas miterlebt. Dass zum Beispiel ein Mädel auf meinem Hotelzimmer auf mich gewartet hat, als noch nicht einmal ich selber wusste, welches Zimmer ich habe."

StadlPost: Empfindest du es als Segen, dass deine Frau Ute nicht in der Öffentlichkeit steht?

Bernhard Brink: "Sie kennt die Branche und hat genügend Freunde, aber es zieht sie nicht vor die Kamera und das ist okay."

StadlPost: Wenn du etwas an dir ändern könntest, was wäre das?

Bernhard Brink: "20 Jahre jünger zu sein, wäre toll. In Deutschland herrscht ja der Jugendwahn, da wird man ja gerne mal abgeschoben. Das ist manchmal etwas bedauerlich. In Italien feiert man die alten Leute. In Vorteil ist, du wirst gelassener und du weißt einfach viel mehr. Du nimmst nicht mehr alles so ernst wie in jungen Jahren."

StadlPost: Fühlst du dich alt? Viele haben ja ein Problem mit dem Alter.

Bernhard Brink: "Ich kann es nicht ändern. Ich bin ein pragmatischer Mensch. Ich habe den 40. gelassen genommen, den 50. und auch den 60. Ich werde auch den 70. hinnehmen. Ich fühle mich gut, auch wenn ich momentan etwas erkältet bin, aber mir geht es gut und wenn das so bliebe, wäre ich gar nicht unglücklich, aber es bleibt ja nie alles so. Das Leben bleibt nie stehen, es geht brutal weiter, aber das geht jedem so. Man kann es nun mal nicht ändern, also warum soll ich mich dann darüber aufregen? Mein Vater war damals mit 60 schon ein ziemlich alter Mensch. Das ist heute ja ganz anders. Ein 70-Jähriger ist ja heute ganz anders als noch vor 20, 30 Jahren."

StadlPost: Wie verbringst du deinen 70. Geburtstag?

Bernhard Brink: "Die fetten Partys habe ich mit 30, 40, 50 und 60 gemacht. Beim 70. Bin ich in Schockstarre (lacht). Nein, das nicht, aber es kommen so viele Sachen auf mich zu, dass ich das wirklich nicht groß feiern werde. Vielleicht gebe ich im Tennisclub und hier und da mal einen aus, aber ich mache kein großes Fest."

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