Ein KommentarESC: Warum die Ukraine den Sieg verdient hat

ESC: Warum die Ukraine den Sieg verdient hat ESC Logo Turin © ESC Press
Marie Gericke
Redakteurin

DAS Thema am Montag ist das Finale des Eurovision Song Contest. Besonders polarisierend ist der Gewinner des Wettbewerbs, da es sich hier um genau das Land handelt, in dem derzeit Krieg herrscht – die Ukraine. Dass dieses Thema auch nicht an den StadlPost-Lesern vorbeigeht, zeigt ein Blick in die Kommentare unseres letzten Facebook-Postings. Zahlreiche User lassen dort ihrem Unmut freien Lauf und machen deutlich, dass die Ukraine den Sieg nicht verdient hätte. Eine Meinung, die ich aus folgenden Grünen nicht teilen kann. Ein Kommentar. 

War der ESC 2022 zu politisch?

Vorweg muss gesagt sein, dass der diesjährige ESC entgegen den Richtlinien, nicht politisch zu sein, sehr politisch war. Doch wenn man mal auf die vergangenen Jahre zurückblickt, wird deutlich, dass es bei dem Wettbewerb schon lange nicht mehr nur um Musik geht. Politik war schon immer ein Thema beim ESC - auch wenn das in den Wettbewerbsregeln eigentlich untersagt ist. Doch warum soll nun genau jetzt der ESC nicht politisch sein? Die halbe Welt hat an diesem Abend den ESC verfolgt und wäre es nicht genau dann passend Solidarität mit der Ukraine zu zeigen? Offensichtlich war das im Sinne der meisten Zuschauer, da die Ukraine allein vom Jury-Voting her nicht so gut platziert war. Erst mit den Stimmen des Public-Votings schaffte es die Ukraine letztlich an die Spitze. Natürlich aus Solidarität zu einem kriegsgebeutelten Land. Keine unübliche Reaktion der Zuschauer, immerhin gewann letztes Jahr ausgerechnet das in Europa am stärksten Corona-betroffene Italien. Zufall? Sicher nicht!

Ukraine-Song mit Hit-Potenzial

Trotz allem muss man neidlos anerkennen, dass der Song, mit dem die Ukraine angetreten ist, durchaus Sieger-Potenzial hatte. Ein poppiger Beat mit Ohrwurm-Garantie - nicht unüblich, dass so ein Song relativ weit vorne gerankt wird. Die Ukraine zeigte sich in den vorherigen Jahren ebenfalls stark mit einer oberen Platzierung. Allein 2021 belegte die Ukraine den 5. Platz und stand – im Gegensatz zu Deutschland – schon mehrmals auf dem ESC-Treppchen. Wenn die Ukraine Deutschland-ähnliche "Erfolge" beim ESC gehabt hätte, könnte man durchaus darüber diskutieren, ob die Ukraine den Sieg nicht verdient hat. So zeigt sich jedoch, dass die ukrainischen Songs generell besser ankommen, als beispielsweise die von Deutschland. Eine peinliche Tatsache, die sich einfach nicht leugnen lässt.

Große Bedeutung für die Ukraine

Hierzulande wird der Sieg vielleicht vorhersehbar gewesen sein und somit "unverdient". Doch überlegen wir mal, was der Sieg für die Ukraine bedeutet: Der Sieger-Song "Stefania" thematisiert die Zustände in der Ukraine. Dass genau so ein Song gewinnt, gibt den Menschen, die aus ihrem Zuhause fliehen mussten, Verwandte und Freunde verloren haben und denjenigen, die für ihr Land und ihre Freiheit kämpfen müssen, vor allem eines - Hoffnung. Also warum kann man genau in diesem Jahr, in dem es so wichtig wie noch nie zuvor war, Solidarität zu zeigen, nicht über die ohnehin immer stattfindenden politischen Statements hinweg sehen und einfach gönnen? Dieser Sieg hat der Ukraine gezeigt, dass Europa hinter ihnen steht. Und das ist neben all dem oberflächlichen Geplänkel im Samstag-Abend-TV doch ausnahmsweise mal ein schönes Statement …

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