Knallhartes Knast-LebenBoris Becker: So ist sein Gefängnis-Alltag

Boris Becker: So ist sein Gefängnis-Alltag © Kristy O´Connor / dpa
Brigitta Langhoff
Redaktionsleitung

Den 29. April 2022 wird Boris Becker wohl nie vergessen. Er markiert den Beginn eines zweiten, unglamourösen Lebens hinter Gittern im Leben des einstigen Tennisstars. Und Beckers erste Wochen im Gefängnis lassen nichts Gutes erahnen: Wird der harte Knast-Alltag ihn brechen?

Harte Haftbedingungen

Die Stunden vergehen zäh wie Kaugummi in der sechseinhalb Quadratmeter großen Zelle des Wandsworth Gefängnisses. Das, was Boris Becker nun in Hülle und Fülle zur Verfügung steht, ist Zeit. Zeit zum Nachdenken wird der wegen diverser Insolvenzdelikte Verurteilte laut Strafmaß dann knapp zweieinhalb Jahre haben. Bei guter Führung etwas weniger. Doch bis es so weit ist, wird sich der dreifache Wimbledon-Sieger dem harten Knast-Leben fügen und irgendwie überleben müssen. Konkret bedeutet das: Morgens Katzenwäsche am eigenen Waschbecken in der spartanischen Zelle, denn Duschen ist nur zweimal pro Woche erlaubt. Anschließend folgt ein karges Frühstück um acht Uhr. Noch darf Boris Becker nicht im Gefängnis arbeiten, der halbstündige, tägliche Freigang unter freiem Himmel im Gefängnisinnenhof wird also das Highlight seines Tages sein – auch wenn man nur streng im Uhrzeigersinn gehen darf. Und wenn der Ex-Sportler sogar mit seinen Söhnen oder seiner Lebensgefährtin Lilian telefonieren kann, war es ein guter Tag. Ansonsten bleibt Becker allein das eigene Gedankenkarussell, das sich unerbittlich dreht und dreht.

Damit die rund 1500 Häftlinge in Wandsworth aufgrund ihrer Isolation nicht selbst durchdrehen, gibt es innerhalb des Freigangs die sogenannte halbstündige „Sozialzeit“. Dann können sich die Insassen auf den Gefängnisfluren austauschen. Ein Prominenter wie der gebürtige Leimer hätte da mit Sicherheit einiges zu erzählen, aber Beckers Star-Vergangenheit interessiert hier innerhalb der hohen Knastmauern niemand. Auf das Abendessen, das es schon um 16:30 Uhr geben soll, wird sich der 54-Jährige kaum freuen können: Mini-Portionen, oft verkocht, heißt es nach Angaben von "BILD". Dann lieber mit den 12 Euro Taschengeld pro Woche am Gefängniskiosk Süßkram kaufen. Beckers eigentlicher Albtraum beginnt abends. Gegen 19:00 Uhr nämlich schließen sich die Zellentüren, eine nervliche Zerreißprobe für den Klaustrophobiker Boris Becker.

Boris Becker muss den Ball flach halten

Beckers seelischer Gesundheitszustand gibt aktuell Anlass zur Sorge. Angeblich soll die Tennislegende bereits letztes Wochenende mehrfach den Notruf-Knopf in der Zelle gedrückt haben, wie „t-online“ berichtet. Da Becker nach eigener Aussage unter Platzangst in beengten Räumen leidet, hätte er auf eine zwischenzeitlich offene Zellentür gepocht, heißt es da. Allerdings haben wohl nicht alle Wärter Nachsehen mit dem bekannten Sträfling gehabt. Beckers Tür in Block E blieb zu, Klaustrophobie hin oder her. Keine Extra-Wurst für Ex-Profisportler in Londons härtestem Gefängnis! Becker muss ausharren bis zum nächsten Hofgang, solange zusammen mit seinem Zellengenossen auf engstem Raum irgendwie auskommen. Bevor er sich mit den Wärtern anlegt und sich selbst ins Aus schießt, muss Boris Becker den Ball diesmal irgendwie flach halten.

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